Unter dem Blutzuckerspiegel versteht man die Konzentration von Glucose (Traubenzucker) im Blut. Die Glucose ist der Hauptenergieträger für die meisten Zellen des Körpers, vor allem das Gehirn. Glucose wird entweder direkt aufgenommen oder aus den Kohlenhydraten der Nahrung gebildet, dann über das Blut zu den Organen transportiert, dort von den Zellen aufgenommen (wofür Insulin notwendig ist) und in den Zellen in Energie umgewandelt.
Normalwerte beim Menschen
Der Blutzucker kann in der Maßeinheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder in mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben werden. Welche Maßeinheit gewählt wird, hängt vom Labor ab. Dabei entspricht 1 mmol/l Glucose 18 mg/dl. Die Normalwerte des Blutzuckerspiegels variieren etwas je nach Messmethode und werden von vielen Faktoren beeinflusst. Der Nüchternblutzuckerspiegel beim Menschen liegt unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l), die Glucosekonzentration im Blut variiert jedoch während des Tages. Zum Beispiel ist sie morgens vor dem Frühstück am niedrigsten und steigt nach jeder Mahlzeit für einige Zeit an. Normalerweise wird der Blutzuckerspiegel vom Körper jedoch in engen Grenzen gehalten.
Überzuckerung und Unterzuckerung
Einen dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegel nennt man Hyperglykämie, er ist das typische Zeichen für Diabetes mellitus und kann zu den bekannten Folgeschäden des Diabetes an Blutgefäßen und Nerven führen.
Einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel nennt man Hypoglykämie. Das kann z.B. bei der falschen Anwendung von Insulin oder anderen Antidiabetika vorkommen.
Hypoglykämie kann zu Verwirrung, Benommenheit oder Ohnmacht führen (siehe auch Hypo- und Hyperglykämie).
Die Einstellung des Blutzuckerspiegels nimmt der Körper hauptsächlich über die Hormone Insulin (senkt den Blutzuckerspiegel) und Glukagon (erhöht ihn) vor. Ist der Insulinhaushalt gestört, steigt der Blutzuckerspiegel dauerhaft über das Normalmaß hinaus an, es liegt ein Diabetes mellitus vor. Für den Diabetiker ist es wichtig, seinen Blutzuckerwert möglichst im gesunden Bereich zu halten. Ein unzureichendes Blutzuckermanagement kann zu vielen Gesundheitsproblemen führen.
Das richtige Blutzucker-Management
Menschen mit Diabetes sollten für ein korrektes Blutzuckermanagement folgendes beherrschen:
- ihren Blutzuckerspiegel messen
- zu niedrigen Blutzuckerspiegel erkennen und behandeln
- zu hohen Blutzuckerspiegel erkennen und behandeln
- Mahlzeiten planen
- sich richtig verhalten, wenn sie erkrankt sind
- die notwendigen Check-ups durchführen lassen
Wenn Sie Insulin nehmen, sollten Sie auch wissen, wie Sie Ihre Insulindosis auf ihre Nahrungsaufnahme, auf sportliche Betätigung und Krankheiten anpassen müssen.
Wie häufig misst man den Blutzuckerspiegel?
Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten ihren Blutzuckerspiegel in der Regel viermal täglich messen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes hängt die Häufigkeit davon ab, ob sie insulinpflichtig sind oder nicht, bzw. welche Medikamente sie nehmen. Wenn Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig messen und die Ergebnisse notieren, bekommen Sie einen Überblick, wie gut Ihr Blutzucker-Management ist. Wie oft eine Messung sinnvoll ist, kann Ihnen Ihr Arzt sagen.
Wann sollten Sie Ihren Blutzucker messen?
Normalerweise sollten Sie den Blutzuckerspiegel vor jeder Hauptmahlzeiten messen und wenn Sie Zubettgehen. Zusätzlich können Sie Ihren Blutzucker messen:
- 2 Stunden nach Frühstück und Mittagessen.
- wenn Sie etwas Ungewohntes gegessen haben,
- wenn Sie zu viel gegessen haben,
- wenn Ihnen schlecht ist,
- vor und nach dem Sport,
- wenn Sie viel Stress haben,
- wenn Sie ein neues Arzneimittel eingenommen haben.
Menschen mit Typ-2-Diabetes sollten auf eine gesunde Lebensweise achten
- Treiben Sie mindestens 30 Minuten pro Tag Ausdauersport, an 5 Tagen/Woche und mindestens 2 Tage/Woche Krafttraining.
- Geeignete Sportarten sind Walking, Schwimmen, Tanzen. Am besten wählen Sie die Sportart, die Ihnen Spaß macht, aber sprechen Sie vor jedem neuen Trainingsplan mit ihrem Arzt.
- Ernähren Sie sich gesund (siehe Ernährung bei Diabetes).
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig nach der Empfehlung des Arztes.
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