Ernährungstipps für Menschen mit Diabetes

Ernährungstipps für Menschen mit Diabetes

Bis vor wenigen Jahren empfahl man Menschen mit Diabetes noch eine besondere Diät. Heute raten Mediziner einfach zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, die im Prinzip auch den Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung entspricht. Trotzdem kann man die Erkrankung Diabetes natürlich leichter beherrschen, wenn man einige Regeln beachtet: So sollte man bei der Aufnahme von freien Kohlenhydraten (Traubenzucker, Rohrzucker) vorsichtig sein und grundsätzlich auf eine abwechslungsreiche und gesunde Nahrungsmittelauswahl setzen. Wenn Sie wissen, welche Nahrungsmittel gesund für Sie sind, kann Ihnen das sehr dabei helfen, Ihren Typ-2-Diabetes im Griff zu behalten oder vielleicht sogar zu verbessern – ohne Stress und allzu großen Genussverzicht.

Einkaufsliste für Diabetiker, die auf eine gesunde Ernährung achten möchten:

  • Gemüse

    Gemüse ist die Basis einer gesunden Diät. Das liegt nicht nur an ihrem hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen Sekundärstoffen. Sie enthalten auch viele Ballaststoffe, die den Hunger dämpfen, ohne den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Im Prinzip sind alle Gemüsearten geeignet, sie sollten jedoch frisches Gemüse oder Tiefkühlgemüse vorziehen, gerne in Bioqualität, wenn möglich. Es darf gerne sehr bunt und vielfältig sein.

  • Bohnen und andere Hülsenfrüchte

    Auch sie sind sehr faser- und ballaststoffreich und außerdem eine hervorragende Quelle für Proteine. Hier ist es irrelevant, ob Sie frische, getrocknete oder Dosenware verwenden.

  • Früchte und Obst

    Trotz ihres hohen Zuckergehalts sind Früchte durchaus zu empfehlen und sollten auf dem Einkaufszettel des Diabetikers nicht fehlen. Allerdings gilt es beim Verzehr Maß zu halten, eine Portionsgröße, die in die hohle Hand passt, ist meist eine gute Richtgröße. Frische oder gefrorene Ware hat viele Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Wer Insulin spritzt, muss bei besonders zuckerreiche Sorten wie Weintrauben, Ananas oder Datteln eventuell seine Dosis der gegessenen Menge anpassen. Günstig sind Sorten mit einem hohen Anteil an Wasser und Ballaststoffen, zum Beispiel Äpfel, Birnen, Orangen oder Beeren. Der Zuckeranteil ist hier geringer und die Ballaststoffe verzögern zudem den Blutzuckeranstieg. Bei Trockenfrüchten und Fruchtsäften sollte man sehr zurückhaltend sein, denn hier sind stärkere Blutzuckeranstiege zu erwarten und der Vitamingehalt ist meist nicht so hoch.

  • Vollkornprodukte

    Anders als bei Weißmehlen oder gar einfachen Zuckern ist der Blutzuckerspiegel beim Verzehr von Vollkornprodukten einfacher zu beherrschen. Das liegt am höheren Anteil von Ballaststoffen. Studien zeigen auch: Wer täglich genug Ballaststoffe isst, erkrankt seltener an Diabetes. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar.

  • Molkereiprodukte

    Milchprodukte enthalten wichtige und gesunde Nährstoffe wie Calcium und Proteine. Es gibt auch Studien, die darauf hindeuten, dass Milchprodukte einen positiven Effekt auf die Insulinproduktion von bestimmten Patienten mit Typ-2-Diabetes haben. Problematisch kann der zum Teil hohe Fettgehalt sein, Sie sollten deswegen sehr fetthaltige Produkte meiden und auch hier eher kleine Portionen genießen.

  • Fleisch, Geflügel und Fisch

    Proteine sind für Menschen mit Diabetes sehr wichtig, auch sie führen nicht zu plötzlichen Blutzuckeranstiegen. Deswegen ist Fleisch, hier aber bitte mageres Fleisch, durchaus zu empfehlen. Hier empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nicht mehr als ca. 300 Fleisch pro Woche zu verzehren. Für Fisch gilt, dass fette Meeresfische wie Lachs, Makrele und Hering durch ihren hohen Omega-3-Gehalt sehr gesund sind und mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen sollten. Auch maximal 2-3 Eier pro Woche sind unproblematisch.

  • Gewürze und Dressings

    Menschen mit Diabetes sollten Gewürzmischungen, die viel Zucker oder Fett enthalten, meiden; vor allem sollten sie aufpassen bei BBQ-Saucen, Ketchup, Mayonnaisen und fertigen Salatdressings. Solche Saucen sollte man besser selbst zubereiten, dann weiß man, was drin ist und es schmeckt meistens auch besser. Unproblematisch oder sogar gesundheitsfördernd sind: Oliven- und Rapsöl, Essig, Senf, alle Kräuter und Gewürze.

  • Nachspeisen

    Auch Menschen mit Typ-2-Diabetes dürfen Süßspeisen essen, wenn sie es nicht zu häufig tun und die Portionsgröße bedacht wird. Günstig sind vor allem selbstgemachte Nachspeisen ohne Zuckerzusatz, das kann z.B. ein Naturjoghurt mit selbst zugegebenen frischen Früchten sein.

  • Snacks

    Wenn es sich nicht vermeiden lässt, empfiehlt sich zum Naschen zwischendurch: Nüsse (ungesüßt und ungesalzen), Karotten, Stangensellerie, Kohlrabistücke, Cocktailtomaten, Minigurken usw.

  • Getränke

    Auch Diabetiker müssen nicht nur Wasser trinken, sie sollten nur auf die freien Kohlenhydrate achten, die auch in Getränken wie Milch oder Fruchtsaft enthalten sind. Unproblematisch sind: zuckerfreie Getränke, ungesüßte Tees und Kaffee, Mineralwasser. Vorsicht bei (Mineral-) Wasser mit Geschmack, das enthält oft erhebliche Zuckerzusätze.

Ernährungstipps: Diese Nahrungsmittel besser nicht

Zu den Nahrungsmitteln, die Sie besser vermeiden sollten, gehören einerseits Dinge, die insgesamt schädlich für Ihre Gesundheit sind, andererseits solche, die extreme Blutzuckerschwankungen verursachen. Das sind vor allem Lebensmittel:

  • mit einem hohen Gehalt an freien Zuckern (Traubenzucker/Glucose, Rohrzucker/Saccharose)
  • mit einem hohen Gehalt an gesättigten und Transfettsäuren

Dazu gehört normalerweise alles, was unter „Fast Food“ fällt, Frittiertes, zuckerhaltige Getränke (Softdrinks), Kuchen und Süßigkeiten.

Salz

Wenn Sie zusätzlich auch unter Bluthochdruck leiden, sollten Sie mit Salz vorsichtig umgehen. Dabei sollten Sie wissen, dass wir das meiste Salz – nämlich 75 % – nicht etwa durch Salzen der Speisen zu uns nehmen, sondern versteckt in vorgefertigten Nahrungsmitteln. Wenn Sie also auf verarbeitete Lebensmittel verzichten oder zumindest darauf achten, nur solche mit wenig Salz zu konsumieren, können Sie Ihre Salzaufnahme schon erheblich reduzieren.

Alkohol

Alkoholgenuss hat für Menschen mit Diabetes weitreichendere Folgen als für gesunde Menschen, weil er den Blutzuckerspiegel senkt. Vor der Kombination Alkohol, Sport und Insulintherapie wird daher eindringlich gewarnt. Das kann zu Unterzuckerung führen.

Im Allgemeinen empfehlen Experten, dass Frauen (mit oder ohne Diabetes) nicht mehr als 10 g (1/8 l Wein oder 1/4 l Bier) und Männer nicht mehr als 20 g (1/4 l Wein, 1/2 l Bier) Alkohol täglich trinken sollten. Außerdem sollten besonders insulinpflichtige Diabetiker Alkohol nur in Kombination mit kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten trinken. Alkohol enthält auch relativ viele Kalorien und wirkt der Fettverbrennung entgegen, das sollte man bedenken, wenn man aufs Gewicht achten muss. Grundsätzlich sollte in keinem Fall täglich Alkohol konsumiert werden.

Ernährungstipps für Diabetiker zum Abnehmen

Oftmals ist es hilfreich, wenn übergewichtige Diabetiker Gewicht verlieren, um im besten Fall weniger Medikamente zu benötigen oder sogar den Diabetes komplett zu beseitigen. Hilfreiche Tipps zum gesunden Abnehmen finden Sie im Ratgeber von Shop Apotheke.

 

Wichtig:
Hinweis: Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem Team aus Apothekerinnen und Apothekern geprüft. Die bereitgestellten Inhalte dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Texte sind nicht zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten gedacht.

Artikel erstmals veröffentlicht in September 2017, aktualisiert im April 2024

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Gesunde Ernährung, https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/

NDR Ratgeber, Ernährung bei Diabetes: Vorsicht mit Snacks, https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Diabetes-Vorsicht-mit-Snacks,diabetes252.html

diabinfo – Das Diabetesportal, Alkohol – ein Diabetes-Risiko?, https://www.diabinfo.de/vorbeugen/was-kann-ich-tun/was-ist-mit-alkohol.html

 

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Titelbild: AdobeStock

 

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