Erste Hilfe bei kleinen Wunden: Hausapotheke komplett?

Erste Hilfe bei kleinen Wunden: Hausapotheke komplett?

Kleine Wunden gehören zum Großwerden einfach dazu – Kinder sind aktiv, wollen was erleben und überschätzen hier und da noch ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten. Ob nun ein kleiner Crash mit dem Fahrrad oder ein Bastelunfall zuhause, oft ist der Schreck größer als die Verletzung selbst. Trösten Sie Ihr Kind, bleiben Sie ruhig und schauen Sie sich das Malheur ganz genau an. Bei kleineren Verletzungen ist oft kein Arztbesuch nötig und Sie können die Wundversorgung selbst vornehmen. Für den Fall der Fälle ist es deshalb ratsam, die wichtigsten Dinge für die Wundversorgung griffbereit in der Hausapotheke zu haben. Dazu gehört eine Auswahl an Pflastern, Verbandsmaterial, sterile Kompressen, Wund- und Heilsalbe und Desinfektionsmittel.

Schürf- und Schnittwunden richtig versorgen.

Schürf- und Schnittwunden können den Kleinen wirklich einen Schrecken einjagen und im ersten Moment auch weh tun, sind aber in den meisten Fällen harmlos. Schnell ist der Schreck und auch der Schmerz vergessen und die meisten Wunden verheilen gut und ohne Narbenbildung. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass kleine Wunden sauber verheilen und es nicht zu einer Entzündung kommt.

Ob eine Wunde in Eigenregie behandelt werden kann, hängt natürlich immer von der Schwere der Verletzung ab. Tiefe oder klaffende Wunden gehören in die Hände eines Arztes, ebenso Bissverletzungen, zum Beispiel durch einen Hund. Besonders wichtig: Bei allen Wunden sollten Eltern bedenken, dass ein vollständiger Tetanusschutz vorliegen muss! Die Auffrischimpfung gegen Tetanus erfolgt im Normalfall im Alter von 5 bis 6 Jahren.

Wundversorgung in 4 Schritten.

Reinigen der Wunde: Berühren Sie die Wunde wenn möglich nicht und waschen Sie diese auch nicht aus. Es sei denn, die oberste Hautschicht ist stark verschmutzt, dann spülen Sie diese vorsichtig mit lauwarmem Wasser (Trinkwasser) aus. Befinden sich kleine Splitter oder Steinchen an der Oberfläche der Wunde, können Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Falls Fremdkörper tiefer in der Wunde stecken, sollten Sie diese besser nicht selbst herausziehen, sondern einen Arzt aufsuchen.

Desinfizieren der Wunde: Gleich nach der Reinigung sollte die Wunde desinfiziert werden. Ganz gleich ob Salbe oder Spray – Wunddesinfektionsmittel verhindern das Eindringen von Keimen und schützen die Wunde vor Entzündungen. Hier gibt es auch speziell für Kinder gut geeignete Produkte, die eine schmerzfreie Desinfektion der Wunde ermöglichen.

Abdecken der Wunde: Verwenden Sie bei großflächigen Verletzungen eine Wundauflage. Das kann z. B. eine sterile Kompresse sein, die Sie mit einer Mullbinde auf der Wunde befestigen. Achten Sie darauf, dass die Mullbinde nicht mit der Wunde verklebt. So wird das Entfernen der Mullbinde später weniger schmerzhaft. Danach sollte die Wunde ärztlich versorgt werden. Bei kleineren Verletzungen reicht ein Pflaster. Spezielle Kinder-Pflaster gibt es in Ihrer Online-Apotheke mit vielen Motiven, relativ neu sind Feuchtpflaster mit einer gelhaltigen Auflage, die Wunden rascher abheilen lassen.

Beobachtung der Wunde: Der regelmäßige Blick unter das Pflaster, kann vor einer Infektion schützen. Beobachten Sie, ob die Wunde gut verheilt oder ob sich eventuell die Haut darum rötet, anschwillt und warm anfühlt. Wenn Sie eine derartige Veränderung der Wunde feststellen, sollten Sie umgehend mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen.

Wundheilung feucht oder trocken?

Während man früher sagte „da muss Luft dran“, raten Experten heute eher zu einer feuchten Wundheilung ohne Krustenbildung. Stoffwechselprozesse innerhalb der Wunde können in feuchtem Milieu besser ablaufen. Außerdem reduziert die Wundheilung ohne Kruste das Narbenrisiko, da neugebildete Zellen besser wandern und wachsen können.

Wunden also besser immer mit einem Pflaster oder Verband abdecken und leicht feucht halten, z. B. mit speziellen feuchthaltenden Wundauflagen.

Ab wann zum Arzt?

  • Bei stark blutenden Wunden
  • Bei stark verschmutzten Wunden, Wunden mit Fremdkörpern oder Bisswunden
  • Bei großflächigen Wunden
  • Bei fehlendem Tetanus-Schutz
  • Bei Wunden, die sich entzündet haben
  • Bei Verletzungen am Gelenk oder in Gelenknähe
  • Bei Verletzungen am Kopf, um eine mögliche Gehirnerschütterung auszuschließen

Hausapotheke: gut vorbereitet bei kleinen Wunden.

Um die Wunde Ihres Kindes optimal versorgen zu können, ist es wichtig, dass Sie die richtigen Mittel gleich zur Hand zu haben, dazu zählen:

  • Wundschnellverband
  • Kinderpflaster
  • Verbandpäckchen
  • Kompressen
  • Heftpflaster
  • Verbandschere
  • Einmalhandschuhe
  • Pinzette
  • Alkoholfreies Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe

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