Desloratadin - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Desloratadin dient zur Behandlung allergisch bedingtem Schnupfen und Nesselsucht (Urtikaria). Der Wirkstoff zählt zu den s.g. H1-Antihistaminika der 2. Generation. Der Wirkstoff wirkt antiallergisch, indem die Wirkung des lokal freigesetztem Gewebshormon Histamin wie Schwellungen, Rötungen, Juckreiz, Schnupfen hemmt.
Desloratadin steht in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung. Erwachsene nehmen es gewöhnlich einmal täglich als Tablette ein. Kinder erhalten eine Schmelztablette, die im Mund zergeht, oder eine Lösung zum Schlucken. Zu möglichen Nebenwirkungen von Desloratadin zählen Müdigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen, kleine Kinder zwischen 6 und 23 Monaten haben häufiger Durchfall, Schlaflosigkeit oder Fieber.
Was ist Desloratadin?
Desloratadin ist ein Antihistaminikum (H1-Antihistaminika der 2. Generation). Es wirkt allergischen Beschwerden wie Juckreiz, allergischem Schnupfen oder Hautrötung entgegen, ohne müde zu machen.
Wie wirkt Desloratadin?
Eine Allergie wie zum Beispiel Heuschnupfen ist ein „Fehlalarm“ des Immunsystems. Es reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe und bildet beim ersten Kontakt Abwehrstoffe (Antikörper), die sich an bestimmte Zellen im Körper heften: die sogenannten Mastzellen. Beim nächsten Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz schütten die Mastzellen bestimmte Botenstoffe aus – darunter auch das Gewebshormon Histamin. Dieses bindet an bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) an der Oberfläche der umliegenden Gewebszellen und löst eine Immunantwort aus – mit dem Ziel, den Fremdstoff abzuwehren. Dies führt zu den typischen Allergie-Symptomen wie Schnupfen, Niesen oder Juckreiz.
Antihistaminika wie Desloratadin hemmen die Wirkung des Histamins, indem sie bestimmte Andockstellen auf den Gewebszellen blockieren. Daher werden diese Wirkstoffe auch Histamin-Rezeptorenblocker genannt (H1-Antihistaminika der 2. Generation). Durch eine Nesselsucht wird ebenfalls vermehrt Histamin freigesetzt, weshalb Desloratadin auch für diese Erkrankung zum Einsatz kommt.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Desloratadin angewendet?
Zu den Anwendungsgebieten von Desloratadin zählen
- saisonaler, allergisch bedingter und allgemein allergischer Schnupfen
- Hausstaubmilben-Allergie
- Nesselsucht (Urtikaria), eine Hauterkrankung, bei der sich immer wieder juckende Hautausschläge mit Quaddeln bilden
Empfohlen wird Desloratadin für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab einem Jahr.
Desloratadin steht in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung:
- als Tablette/Filmtablette,
- als Schmelztablette, die ohne Flüssigkeit im Mund zergeht und
- als Lösung zum Einnehmen (insbesondere für Kinder).
Die Einnahme kann mit und ohne Nahrung erfolgen. Die empfohlene Dosierung für Erwachsene ist in der Regel einmal täglich eine Dosis von 5 Milligramm Desloratadin.
Die Behandlungsdauer ist individuell verschieden. Personen mit lang anhaltendem allergischen Schnupfen können Desloratadin während der kompletten Allergiesaison dauerhaft einnehmen. Alternativ wird der Wirkstoff nur so lange eingenommen, bis die Symptome abgeklungen sind. Wenn Sie sich allerdings nach 3 Tagen Behandlung nicht besser oder gar schlechter fühlen, sollte der Arzt aufgesucht werden.
Nicht geeignet ist Desloratadin für Personen, die überempfindlich auf den Wirkstoff reagieren. Schwangere sollten Desloratadin möglichst nicht einnehmen und stattdessen auf andere, geeignetere Präparate zurückgreifen, da nicht ausreichend Studienergebnisse über mögliche Risiken vorliegen. Für stillende Frauen ist Desloratadin nicht geeignet, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Krampfanfällen in der Krankengeschichte bzw. Familie, sollten Desloratadin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung anwenden.
Welche Nebenwirkungen können bei Desloratadin auftreten?
Zu möglichen unerwünschten Wirkungen von Desloratadin bei Erwachsenen zählen:
- Chronische Müdigkeit
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
Kleine Kinder im Alter von 6 bis 23 Monaten können Durchfall, Fieber und Schlaflosigkeit aufweisen.
Manche Antihistaminika machen sehr schläfrig und haben negative Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Desloratadin zeigt solche Effekte nicht oder nur in geringem Ausmaß. Vorsichtshalber sollten Patienten jedoch zunächst testen, wie sie auf das Arzneimittel reagieren, bevor sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen.
Gibt es Wechselwirkungen zwischen Desloratadin und anderen Wirkstoffen?
Derzeit sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Desloratadin und anderen Wirkstoffen bekannt. Möglicherweise kann Desloratadin die Wirkung von Alkohol verstärken. Daher sollten Patienten entsprechend vorsichtig sein, wenn sie den Wirkstoff zusammen mit Alkohol einnehmen.
Was können Sie selbst bei einer Allergie tun?
- Pollenallergiker sollten Ihre Haare vor dem Schlafen gehen waschen, um die Stoffe, die sich tagsüber in den Haaren fangen, auszuwaschen. So kann die Allergie gemildert werden
- Lüften Sie Ihre Wohnung nachts oder am frühen Morgen, um möglichst wenige Allergene in die Wohnung zu holen
- Allergien auf Hausstaubmilben (oft in Betten) lassen sich gut mit der entsprechenden Bettwäsche und einer Allergiker-Matratze verbessern
Veröffentlicht am: 11.04.2023
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- R06AX27
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Desloratadin_41984
Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2020
https://www.allergieinformationsdienst.de/therapie/medikamente/antihistaminika.html
Schneider, D., Richling, F.: Checkliste Arzneimittel A-Z. Thieme, Stuttgart 2017
Bönisch, H.: Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie. Thieme, Stuttgart 2016
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/06/15/loratadin-desloratadin
https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/desloratadin-rezeptfrei
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